Rasse-Portrait

Geschichte des Norwegischen Jaerhuhns

Das Jærhuhn ist die einzige erhaltene ursprünglich norwegische Hühnerrasse. Obwohl Hühner seit über 2000 Jahren in Norwegen gehalten werden, existiert heute nur noch diese eine Landrasse.

Der Ursprung liegt in den traditionellen Landhühnern der Region Jæren (Rogaland), die sich über Generationen an Klima, Haltung und Futterbedingungen angepasst haben.

1916 wurde eine staatliche Kontrollzuchtstation für Jærhühner eingerichtet, um die Rasse systematisch zu erhalten und zu verbessern. Interessanterweise basiert der gesamte heutige Zuchtbestand genetisch auf nur einem Hahnen-Hennen-Paar, das damals ausgewählt wurde. Trotz dieser extrem kleinen genetischen Basis zeigte die Rasse überraschend wenig Inzuchtprobleme.

1973 wurde die Zuchtstation aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, und die Tiere wurden in die Genbank für Geflügel (Hvam, Akershus) überführt. Heute gilt das Jærhuhn offiziell als vom Aussterben bedroht. Die Erhaltung erfolgt durch die Genbank sowie durch engagierte Züchterinnen und Züchter in ganz Norwegen.

Besonderheiten des Norwegischen Jaerhuhns

Traditionell gab es zwei anerkannte Farbschläge:

  • braun-gelb gestreift
  • gelb-braun gestreift

2013 wurde zusätzlich der Farbschlag:

  • grau-gestreift

offiziell anerkannt.

Diese graugestreifte Variante entstand ohne Einkreuzung anderer Rassen, sondern durch natürliche genetische Aufspaltung innerhalb der Jærhuhn-Population.

Entstehung des Norwegischen Zwerg-Jaerhuhns 🐥

Das Zwerg-Jærhuhn wurde erst relativ spät entwickelt und 1993 offiziell anerkannt. Ziel war es, eine echte norwegische Zwergform der Rasse zu schaffen, die sich besonders für die Hobbyhaltung eignet. Die Zuchtarbeit wurde von engagierten Züchtern der Østfold Rasefjærfeklubb durchgeführt.

Zur Verkleinerung der Körpergröße wurden zeitweise andere Zwergrassen eingekreuzt, unter anderem:

  • dänische Landhuhn-Zwerge
  • englische Zwerg-Kampfhühner
  • später holländische Zwerghühner

Zwischendurch wurde immer wieder frisches Blut von großen Jærhühnern eingekreuzt, um:

  • Inzucht zu vermeiden
  • typische Rasseeigenschaften zu erhalten

Die Farbschläge entsprechen grundsätzlich denen der Großform, der graugestreifte Farbschlag ist bisher jedoch noch nicht bei den Zwergen etabliert.